Gemeindemitglieder aus dem Kirchenkreis Arnstadt-Ilmenau fordern eine Debatte über die Religionsfeindlichkeit in der DDR und deren Folgen.
Der 17. Juni wird in Thüringen erstmals als Gedenktag für die Opfer von SED-Unrecht begangen. Der Tag des Volksaufstandes in der DDR bietet nach Ansicht der Thüringer Landesregierung die Chance auf eine neue Herangehensweise an die Aufarbeitung der DDR-Geschichte. Der Überwachungsapparat, die Strafverfolgung von Oppositionellen und Republikflüchtigen, die Thematisierung von Schuld, Zwangsadoption und Zwangsaussiedlung sollen Teil des Prozesses sein. Einzig die Christenfeindlichkeit kommt dabei nicht vor.
Diskriminierung
Christen im Osten Deutschlands, die die DDR noch erlebt haben, können von Diskriminierung auf vielen Ebenen des Lebens berichten. Wer sich für die Konfirmation oder Firmung anstatt der »freiwilligen« Jugendweihe entschied, dem musste klar sein, dass die Ausbildungs-, Berufs- und Studienwünsche meistens eines bleiben würden: Wünsche. Christen wurden nicht nur in ihrer Religionsausübung eingeschränkt, sie wurden diskriminiert, ihr kirchliches Tun ins Verborgene, ins Private verbannt. Gehörten nach dem Zweiten Weltkrieg in der Sowjetischen Besatzungszone noch 95 Prozent der Bürger einer der beiden Kirchen an, so sind es heute gerade noch 20 Prozent.

Der Gedenkort für die Opfer des DDR-Regimes vor der Jakobuskirche in Ilmenau. Foto: Diana Steinbauer
»Was die Minimierung der Christenzahlen angeht, hat die DDR ganze Arbeit geleistet«, erklärt Pfarrer i. R. Gerhard Sammet aus Ilmenau. Diese Entwicklung ließe sich nicht ungeschehen machen, doch Sammet hofft darauf, dass die Christen- und Religionsfeindlichkeit in der DDR endlich auch Thema einer umfassenden Aufarbeitung der Thüringer Landesgeschichte wird. Darum hat er gemeinsam mit dem Mathematiker Pedro Hertel einen offenen Brief an die Vorsitzenden der Thüringer Regierungskoalition formuliert. Darin beschreiben die Autoren, welche Repressalien Christen in der DDR erleiden mussten.
»Dieser Brief legt den Finger in die Wunde und beschreibt ein großes Dilemma«, betont Christian Dietrich, Landesbeauftragter des Freistaates Thüringen für die Aufarbeitung der SED-Diktatur. Auch er glaubt, dass die Christenfeindlichkeit des Regimes bisher zu wenig offen thematisiert worden ist. Darin kritisiert Dietrich auch die Kirchen. Anpassung, das eigene Bekenntnis, Erpressungsversuche des Staates, all das sei bisher zu wenig betrachtet worden.
Die Thüringer Landesregierung, zu deren Koalition auch die Partei die LINKE gehört, bekennt sich im Koalitionsvertrag zur Aufarbeitung des DDR-Unrechts. »Seit Regierungsantritt haben sich zahlreiche Menschen an uns gewandt. Darunter war aber keine einzige Anfrage zur Christenfeindlichkeit. Daraus resultiert auch, dass wir bisher keine Projekte in diese Richtung angedacht haben«, erklärt Staatssekretärin Babette Winter.
Aufarbeitung des Unrechts
Die Landesregierung will mit beiden Seiten ins Gespräch kommen. Gespräche, das ist es auch, was die Verfasser des offenen Briefes wollen: »Es geht uns nicht darum, Entschädigungen für erlittenes Unrecht zu verlangen. Wir wollen mit dem Brief eine Entwicklung, einen Gesprächsprozess darüber in Gang setzen, was diese Religionsfeindlichkeit in der Bevölkerung bewirkt hat und was davon bis heute nachwirkt«, so Sammet. Denn die Rolle und der Platz der Kirchen in der Gesellschaft – damals wie heute – sei ein wichtiges Thema. Darum fordert Mitverfasser Pedro Hertel, dass sich der Landtag mit dem Thema in einer öffentlichen Fragestunde befasst. Und auch eine weitere Debatte innerhalb der Kirchen sei nach seiner Ansicht notwendig. Forschungsergebnisse belegen, dass nicht einmal jedes zweite Opfer von SED-Repressionen über seine Erfahrungen spreche.
Opfer meist sprachlos
Auch Personen, deren Schicksal im offenen Brief von Gerhard Sammet und Pedro Hertel an die Regierungskoalition angedeutet wurde, scheuten sich heute noch, an die Öffentlichkeit zu gehen. »Opfer würden dann gezwungen, sich wiederum mit den Erniedrigungen und den Tätern auseinanderzusetzen«, erklärt Christian Dietrich. Das sei meist nicht hilfreich. Gerade die Auseinandersetzung um Religionsfreiheit ist konfliktträchtig. Das Recht, seinen Glauben in der eigenen Familie und öffentlich zu leben, ist bis heute nicht selbstverständlich. Christian Dietrich glaubt nicht, »dass Aufarbeitung das Ziel hat, dass sich wieder alle lieb haben«.
Vielmehr sollte es darum gehen, das Geschehene zu benennen und Dialoge mit gesellschaftlichen Gruppen zu führen, um in der aktuellen Auseinandersetzung achtsamer miteinander umzugehen.
In der DDR-Vergangenheit gäbe es nicht nur Täter und Opfer, nicht nur Schwarz und Weiß, betonte Staatssekretärin Babette Winter. Entschuldigen könne sich nur, wer schuldig geworden sei, vergeben könne nur der, der Opfer gewesen sei. Für die Landesregierung aber gelte, »dass wir anerkennen, dass es Unrecht war, und das muss es uns wert sein – auch noch in zehn Jahren«.
Diana Steinbauer
Offener Brief an die Vorsitzenden der Thüringer Regierungskoalition
“Fremdenfeindlichkeit” ist ein böses Wort. Im vergangenen fahr 2015 haben wir mehr als genug davon, auch im persönlichen Leben, erfahren müssen. Wir kennen sehr viele Christen, die in ganz Deutschland Herzen und Türen geöffnet haben, um Flüchtlingen zu begegnen und für sie da zu sein. Bis zur Friedlichen Revolution 1989 haben wir Christen in der DDR auch eine spezielle Feindlichkeit erfahren: “Christenfeindlichkeit”. Wir können uns also in die Opfer von Feindlichkeiten jeglicher Art hineinversetzen. Von der Christenfeindlichkeit in der DDR, die wir erleben mussten, berichtet dieser “Offene Brief”. Nach dem Krieg gehörten in der damaligen SBZ etwa 95% der Einwohner einer der beiden großen Kirchen an. Heute sind es nur etwa 20% der Einwohner in den jungen Bundesländern. Wie ist es dazu gekommen? Schon 1956 referierte der katholische Bischof Otto Spülbeck aus Meißen auf dem Kölner Katholikentag: “Wir Christen leben in der DDR in einem Haus, das wir nicht gebaut haben. Wir halten auch die Fundamente dieses Hauses für falsch, Wir dürfen in diesem Haus nur die Treppen säubern.” Diese Feststellung erregte damals großes Aufsehen, besonders natürlich in der DDR. Die Machthaber monierten: Der Sozialismus ist für alle da! Schon ab 1945 hatte die SED in der SBZ die Weichen gestellt: nur eine sozialistische Kinderorganisation: Junge Pioniere (FP) und nur eine sozialistische Jugendorganisation: Freie Deutsche Fugend (FDJ). Aber 1945 war mit den Kirchen abgesprochen worden: Nach Überwindung der Kriegsschäden – auch in den Köpfen – könnt ihr Christen selbständige Organisationen gründen. Dieses Versprechen wurde NIE eingelöst. Das Gegenteil war der Fall. Es gab massive Maßnahmen z. B. gegen die Mitglieder der “Jungen Gemeinde” in der evangelischen Kirche. Sie wurden insbesondere sichtbar von 1950 bis 53, wo z. B. an der Schiller Universität Jena Studenten deshalb exmatrikuliert und verfolgt wurden, was bei der Aufarbeitung der Geschichte der Universität Jena nach 1989 beispielhaft nachgewiesen wurde. Jugendweihe und andere pseudosakrale Riten wurden eingeführt. Die Teilnahme der Kinder und Jugendlichen war angeblich freiwillig, wehe aber denen, die diese Freiwilligkeit in Anspruch nehmen wollten. Berufswünsche, Studienwünsche wurden negativ beeinflusst, wenn ein junger Mensch kein Junger Pionier, nicht in der FDJ war oder nicht an der Jugendweihe teilnehmen wollte. Lebenswege wurden verbaut. Die Konfirmation wurde “erfolgreich” in den Hintergrund gedrängt, sie brachte den Jugendlichen Nachteile. Dieser Trend hat sich bis heute erhalten, etwas, was die damaligen Kinder und heutigen Eltern nie kennengelernt haben, das erwarten sie von eigenen Kindern nicht, viele freuen sich über das Ritual der Jugendweihe, das Fest und Geschenke. Da jede Öffentlichkeitsarbeit der Kirchen verboten war, wurde die Tätigkeit der Kirchen und der christlichen Religion immer mehr aus der Öffentlichkeit verdrängt. In vielen Bereichen hatte es den Anschein, als sei die Kirche schon tot oder ihre Seelsorge sei überflüssig geworden, sei nur noch Sterbehilfe für wenige alte Menschen. Ein konkretes Beispiel: Ein junger Schüler im heutigen Thüringen hatte in allen Fächern Bestnoten. Ihm fehlten für das schulische Weiterkommen allerdings die Zugehörigkeit zu den JP und die Jugendweihe. Im Gespräch mit dem damaligen Rat des Kreises, sagte der stellvertretende Vorsitzende der Abteilung Inneres, der zuständige Ansprechpartner für Kirchenfragen: “Der Schulrat ist ein Stalinist, er hasst jeden Christen persönlich”. Diese Erklärung des stellvertretenden Vorsitzenden war schon recht offen – aber niemals hätte er schriftlich dazu gestanden. Trotz aller danach geführten Gespräche, schriftlichen Eingaben von Eltern und dem Pfarrer, trotz der schulischen Bestleistungen wurde der damals 14jährige Schüler nicht zur EOS (Erweiterte Oberschule) zugelassen, damit von Abitur und Erreichen der Studienreife bewusst ausgeschlossen. Weil er Christ war! Das Verhalten des DDR-Staates (SED-Einparteienherrschaft) gegenüber Christen bewegte sich wie auf einer schiefen Ebene, fast unmerklich gab es Absagen, Verunsicherungen, Ausgrenzungen. Andererseits wurden Ausnahmen gemacht und diese dazu benutzt, um sagen zu können: “Na, der hat es doch auch geschafft.” Wie verlogen, verunsichernd und zersetzend. Unter dieser systematischen Benachteiligung christlicher Kinder kam es 1976 zu einem tragischen Höhepunkt. Am 18. August 1976 verbrannte sich der evangelische Pfarrer Oskar Brüsewitz auf dem Marktplatz in Zeitz im Talar und in aller Öffentlichkeit und starb. Er hatte bei sich das Spruchband: “Die Kirche in der DDR klagt den Kommunismus an. Wegen Unterdrückung in Schulen an Kindern und Jugendlichen.” Der Liedermacher Wolf Biermann nannte dieses Geschehen “Republikflucht in den Tod”. Diese Selbstverbrennung konnte vor der Öffentlichkeit nicht verborgen werden. Die SED-Presse sprach von einem “geistig gestörten Pfarrer”, von einem “Einzelgänger”. Dieses “Zeichen von Zeitz” änderte auch nichts an der Kirchenpolitik der SED. Eigentlich muss es heißen: an der “Christenpolitik”. Weitgehend wurden kirchliche Institutionen und Amtsträger geschont (Kampf gegen die Kirchen wäre für die DDR-Außenpolitik nicht förderlich gewesen), aber nach dem Motto: “Die Hirten schonen, die Schafe zerstreuen und unterdrücken” wurden ostdeutsche Christen in ihren Aktivitäten auf das Äußerste eingeschränkt. Zudem wurden sie an ihrer verwundbarsten Stelle getroffen: an ihren Kindern. Die Drohung hieß: “Sie wollen doch, dass aus Ihren Kindern einmal etwas wird, dann müssen Sie …!”
Bereits am 30. Mai 1968 ließ der SED Chef und Staatsratsvorsitzende Walter Ulbricht ohne Not die aus dem 15. Jahrhundert stammende, im Zentrum Leipzigs gelegene Universitätskirche trotz aller Proteste, sprengen. Sie war seit Jahrhunderten Teil des Leipziger universitären Lebens, Martin Luther predigte hier und J. S. Bach spielte auf der 0rgel. Ulbricht wollte diese Kirche nicht. Das genügte. Kein kirchenfeindlicher Unrechtsstaat? Von Herrn Bodo Ramelow wird erzählt, dass er sich während seiner westdeutschen Zeit für Menschen mit Berufsverbot eingesetzt hat. Für tausende junge Christen gab es in der DDR unausgesprochene Berufsverbote: Wo gab es einen Polizisten, der Christ war? Wo gab es einen Schuldirektor, der Christ war? Wo gab es einen Rektor einer Hochschule, der Christ war? Wo gab es Jurastudenten, die Christen waren? Diese Reihe ließe sich weiter fortsetzen. Manchmal gab es einen Stellvertreter aus einer Blockpartei, der aber “nichts zu sagen hatte”, der als Alibifunktion an diesem Platz war. Diese Berufsverbote wurden wie selbstverständlich von den Menschen hingenommen, als sei dies in jedem Staat der Welt so. Nach der 10. vergeblichen Beschwerde hörten fast alle auf, sich zu beschweren. Zwei fahre vor der Friedlichen Revolution wurde sozusagen als letzter Versuch, von der Stasi initiiert, der “Bund der Freidenker” gegründet. Der Vorsitzende diese Bundes in unserem Kreis Ilmenau, Herr Prof. L., sagte im persönlichen Gespräch: “Dieser Bund wird die letzten Christen ausrotten. Die marxistisch-leninistische Weltanschauung ist allmächtig, weil sie wahr ist. Also Christen macht Platz!”. Eine gefährliche Drohung, aber nur bis zum Herbst 1989 gültig. Im Rückblick auf die Jahrzehnte von 1945-1989 muss man dem DDR-Unrechtsstaat bescheinigen, dass er in seinem Sinne ganze Arbeit an der Minimierung der Christenzahlen geleistet hat. Insbesondere die Stasi, Schild und Schwert der SED, ein Geheimdienst der außerhalb des Rechts stand und Menschen ungebremst, ungehemmt und unkontrolliert bespitzeln, verfolgen, zersetzen und sogar töten konnte, schürte die Grundängste der Menschen. Christen waren Feinde, die sich nicht anpassen wollten und zu einer Minderheit gemacht wurden. Die Thüringer Partei die LINKE hat als direkte Nachfolgepartei der SED im Herbst 2014 in dem Koalitionsvertrag als Zugeständnis an SPD und Bündnis 90/Grüne stehen, dass die DDR in der “Konsequenz ein Unrechtsstaat” gewesen sei. Aber was haben die Thüringer von einer solchen Aussage zu erwarten? Aufarbeitung? Auseinandersetzung mit allem, was Unrechtsstaat bedeutet, z. B. Einparteiendiktatur? Entschuldigungen für vielfach begangenes Unrecht, auch an Christen? Nichts davon spürt man. Bisher ist von wenigen Einzelschicksalen abgesehen, kein einziges Wort über die 44 Jahre Christenfeindlichkeit in der SBZ/DDR gesagt worden. Als hätte es diese schlimmen und folgenschweren Tatsachen und Vorgänge nicht gegeben. Man hört nur vom Streit der alten Genossen von der Basis und Erklärungs- und Rechtfertigungsversuche über den Begriff, “Unrechtsstaat DDR” von denen, die nun in “Amt und Würden” sind. Im 0ktober 2014 hat der angesehene Politikwissenschaftler und langjährige Vorsitzende der Stiftung Ottersberg Hanns-Joachim Veen im Detail erläutert, weshalb die DDR für hinein Unrechtsstaat war (Thüringer Allgemeine, 8.10.2014).Diese Haltung der Partei die LINKE zu ihrer eigenen SED-Vergangenheit mit der Verantwortung für verursachtes Unrecht, auch gegenüber Christen, macht echte Aufarbeitung unmöglich. Es würde von den Mandatsträgern doch dann eigentlich erfordern, aus Ihrer Partei auszutreten. Wie kann man diese 44 Jahre aufarbeiten, in denen eine Demenz besonderer Art gewachsen ist, in der Menschen schließlich dachten und sagten: “wir haben vergessen, dass wir Gott vergessen haben!” Schaut man auf die Fraktion der Partei die LINKE im Thüringer Landtag, so ist festzustellen, dass von den 28 Mitgliedern mindestens 16 schon bis 1989 im Unterdrückungsapparat der SED-Partei auf Kreis- oder Bezirksebene beteiligt waren. Wenn dem Reden ein Tun folgen sollte, dann müsste die Aufarbeitung der Christenfeindlichkeit und des Christenhasses von 1945 bis 1989 endlich beginnen. Allein Herr Ministerpräsident Bodo Ramelow, durch seine westdeutsche Vergangenheit unbelastet vom Vorwurf des DDR Unrechtstaates, spricht ständig davon, wie viel ihm sein evangelischer Glaube bedeutet. Eine Bibel liegt auf seinem Schreibtisch, durfte die Öffentlichkeit erfahren. Aber reichen diese Worte und die zur Schau gestellte Bibel? Herr MP Ramelow hat sich pauschal für in der DDR geschehenes Unrecht entschuldigt, hat sich also für Dinge entschuldigt, die er als westdeutscher Gewerkschaftsfunktionär nicht begangen hat und nie persönlich erfahren musste. Feststeht, dass Herr Ramelow als aktiver evangelischer Christ in der DDR kein erfolgreicher Gewerkschaftsfunktionär geworden wäre. Offen als aktiver Christ in der DDR zu leben und eine erfolgreiche berufliche Karriere zu machen schlossen sich aus. Keinerlei Einsicht oder gar Reue bezeigen dagegen ehemalige SED-Mitglieder, die heute in der Thüringer Linkspartei in der Regierung und in verantwortlichen Positionen sitzen. Noch nie hat Bodo Ramelow in der Öffentlichkeit ein Wort darüber verloren oder sich zudem Unrecht bekannt, welches seine Vorgängerpartei den Christen und ihren Familien in der DDR-Zeit angetan hat. Wir fordern Herrn Ramelow auf, Stellung zu beziehen zum Thema der Christenverfolgung in der ehemaligen DDR und sie öffentlich erkennbar zu thematisieren. Man hört, dass Mitgenossen untereinander lästern: “Von uns aus kann er auch noch der katholischen Kirche beitreten – Hauptsache wir gewinnen dadurch wieder Wahlen”. Wie makaber. Unser Offener Brief soll zum Nachdenken anregen und das Gespräch unter Christen und Nichtchristen fördern. Wir sind Menschen der Hoffnung, weil wir Christen sind! Wir plädieren für eine “ansteckende Gesundheit” für unsere Demokratie, die in Freiheit auch gelebtes Christsein erlaubt. Wir wissen, dass alle Freiheitsliebenden Demokraten diesen offenen Brief unterschreiben (im Sinne von Sophie Scholl: “… was viele denken, aber nicht sagen” am 22. Februar 1943, dem Tag ihrer Hinrichtung vor ihrem Richter in München). Dann braucht ein Herr Dittes (innenpolitischer Sprecher der LINKEN) nicht mehr zu einer Demo aufrufen “Es gibt 1000 Gründe Deutschland zu hassen”, dann gibt es gute Gründe offen und hilfsbereit zu anderen Menschen zu sein. Mit hoffnungsvollen Grüßen und den besten Erfolgswünschen beim Lesen, Nachdenken und Handeln.
Pedro Hertel
Gerhard Sammet